Die 7 Regeln für risikoarmen Alkoholkonsum

Alkohol ist vor allem in Deutschland das Partymittel schlechthin. Konsumenten versprechen sich eine gesteigerte Laune, offene Gespräche und eine lustige Zeit. Schaut man jedoch zu tief ins Glas, so kann der exzessive Alkoholkonsum langfristige, aber auch direkte Folgen haben; um den anschließenden Kater und ernste gesundheitliche Probleme zu vermeiden, sollten Sie verantwortungsbewusst und in Maßen trinken.

Was risikoarmer Alkoholkonsum überhaupt bedeutet, was Sie beim Trinken vermeiden sollten und welche 7 Regeln Sie für einen ungefährlichen Alkoholkonsum beachten sollten, erfahren Sie nun.

Was bedeutet risikoarmer Alkoholkonsum?

Bevor wir Ihnen erklären, was risikoarmer Alkoholkonsum genau bedeutet und welche Mengen an Alkohol ungefährlich sind, sei gesagt, dass Alkohol ein Zellgift ist und sich stets negativ auf den Körper auswirkt. Erwachsene, die ausschließlich kleine Mengen an Alkohol trinken, sollten daher zumindest an 2 Tagen in der Woche gar keinen Alkohol konsumieren, um Sucht und Gewöhnung zu vermeiden.

Für Minderjährige und junge Erwachsene bis 21 Jahren werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Grenzen oder Maximalwerte für den risikoarmen Konsum angegeben. Da sich der Körper noch in der Wachstumsphase befindet, wirken sich schon kleine Mengen Alkohol negativ auf das Gehirn und die Entwicklung aus. Außerdem ist die Gefahr in diesem Alter größer, sich mit den Mengen zu verschätzen oder sich dem Rausch, etwa aus Gruppenzwang, hinzugeben.

Auch die Maximalwerte für Erwachsene sind deutlich niedriger, als man denken mag. Folgende Mengen werden für Personen ab 21 Jahren als risikoarmer Alkoholkonsum eingestuft:

  • Frauen: pro Tag 1 Standardglas (Bier 3 dl, Wein 1 dl, Spirituose 0,2 dl)
  • Männer: pro Tag 2 Standardgläser (Bier 6 dl, Wein 2 dl, Spirituose 0,4 dl)

Diese Regel scheint recht einfach, in der Praxis ist sie oft jedoch gar nicht so leicht umzusetzen. Bei Bier und Wein mag es noch eindeutig sein. Bestellt man sich jedoch einen Cocktail, so überschreiten die Mengen des hierin befindlichen Alkohols häufig schon die zuvor genannten Werte.

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, möglichst wenig Alkohol zu konsumieren; insbesondere der Rauschkonsum sollte vermieden werden. Als gesundheitsgefährdende Mengen gelten 40 Gramm (bei Frauen) und 60 Gramm (bei Männern). Schon eine Flasche Wein und ein Maß Bier übersteigen diese Mengen!

7 Regeln für verantwortungsbewussten Alkoholkonsum

Alkoholkonsum kann bei bestimmten Mengen und einer gewissen Regelmäßigkeit sehr gefährlich sein. Um möglichst verantwortungsvoll mit dem Konsum umgehen zu lernen, möchten wir Ihnen unsere 7 Regeln zum risikoarmen Alkoholkonsum vorstellen:

1.     Vom Alkohol fernhalten & nicht allein trinken

Die erste Regel mag sich banal anhören, jedoch ergibt sie durchaus Sinn. Wer kein Risiko durch den Alkoholkonsum eingehen möchte, sollte sich von dem Rauschmittel fernhalten und so selten wie möglich zur Flasche greifen. Wählen Sie sich gezielt ein besonderes Ereignis oder eine schöne Feier aus, um dort ein kühles Bier oder ein gutes Glas Wein zu genießen.

Allein trinken ist nicht nur weniger sozial, sondern führt auch schneller zu erhöhtem Konsum und schlimmstenfalls zur Abhängigkeit. Halten Sie sich während des Konsums also am besten in der Nähe von Personen auf, denen Sie vertrauen und die Ihren Verzehr ebenfalls im Auge behalten.

2.     Kein Alkohol als Rausch-, sondern Genussmittel

Besonders Jugendliche übertreiben es mit dem Alkoholkonsum häufig, da sie die Mengen nicht einschätzen können oder das verstärkte Rauschgefühl beabsichtigen. Die Mengen, die dabei getrunken werden, greifen den Körper an und führen am nächsten Tag zu einem schlimmen Kater.

Auch im Erwachsenenalter ist dieses Rauschtrinken sehr gefährlich und in keinem Fall zu empfehlen. Stattdessen sollten Sie Alkohol als seltenes Genussmittel verstehen, zu dem Sie an besonderen Anlässen und in kleinen Mengen greifen.

3.     Langfristige & direkte Auswirkungen beachten

Bei missbräuchlichem Alkoholkonsum kommt es auf kurze oder lange Sicht zu gesundheitlichen Auswirkungen und Problemen. Schon während des problematischen Konsums kommt es zu klassischen Ausfallerscheinungen wie der Verschlechterung der Reaktionsfähigkeit oder einer gesteigerten Aggressivität.

Folgen lassen sich dann meist schon am nächsten Morgen feststellen; starke Kopfschmerzen, Erbrechen, ein Filmriss und starke Abgeschlagenheit sind die Folgen einer Alkoholvergiftung. Langfristig greift ein solches Verhalten die Gehirnzellen an. Auch Leber und Nieren werden als Stoffwechselorgane nach dem riskanten Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen. Während der Körper vollkommen mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, stehen andere Funktionen hinten an.

4.     Mischkonsum mit Medikamenten vermeiden

Alkohol kann zusammen mit anderen Medikamenten oder Drogen starke und unvorhersehbare Wechselwirkungen erzeugen. Auch bei recht verbreiteten und frei verkäuflichen Schmerzmitteln wird die Wirkung des Alkohols bei gemeinsamen Konsum verstärkt.

Da die Wechselwirkungen bei jeder Person unterschiedlich stark ausfallen, sollte ein Mischkonsum stets vermieden werden. Sind die Medikamente aufgrund einer Erkrankung nötig, so sollte der Körper ohnehin nicht zusätzlich durch den Alkoholkonsum geschwächt werden.

5.     Minderjährige vom Alkohol fernhalten

Minderjährige lassen sich häufig von anderen zum übermäßigen Alkoholkonsum verleiten. Auch wenn der Aufklärungsunterricht auf die Gefahren des Alkohols hinweist, ist der Gruppenzwang oftmals größer. Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind häufig große Mengen Alkohol verzehrt und womöglich schon eine Abhängigkeit entwickelt hat, sollten Sie schnellstmöglich eingreifen.

Der übermäßige Konsum und Missbrauch von Alkohol werden von den Jugendlichen vor allem durch sogenannte Trinkspiele auf Partys gefördert.

Suchtberatungen sind für Betroffene häufig der letzte Schritt, da die Scham zu groß ist. Eltern sollten Ihre Kinder also stets genau beobachten, gemeinsame Gespräche führen und Verhaltensänderungen wahrnehmen, um das Schlimmste präventiv zu vermeiden.

6.     Kein Alkohol in der Schwangerschaft & Stillzeit

Der Konsum von Alkohol hat nicht nur auf unseren Körper verheerende Auswirkungen; besonders Frauen in der Schwangerschaft sollten auf sämtliche alkoholhaltige Lebensmittel verzichten, um dem Baby nicht zu schaden. Der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann sehr riskant sein, zu einer Fehlgeburt oder der Ausbildung des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) beim Neugeborenen führen.

Auch in der Stillzeit ist der Alkoholkonsum ein No-Go, da es beim Kind Entwicklungs- und Schlafstörungen auslösen kann. Ist eine Schwangerschaft geplant, so ist es empfehlenswert, ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Stillzeit keinerlei Alkohol mehr zu konsumieren.

7.     Körperliche Verfassung & Stimmung beobachten

Oftmals ist die Toleranz gegenüber Alkohol auch der Tagesverfassung geschuldet; fühlen Sie sich nicht fit, haben Sie schlecht geschlafen oder sind Sie gestresst, so sollte der Alkoholkonsum besser vermieden werden.

Ist die allgemeine körperliche und geistige Verfassung schlecht, so kann unser Körper den Alkohol nur langsam abbauen. Außerdem kommt es in solchen Situationen häufig zum übermäßigen Alkoholkonsum, um Negatives schneller vergessen zu können. Der risikoarme Alkoholkonsum sollte hingegen in einem sicheren Setting, bei klarem Verstand und guter Tagesverfassung stattfinden.